DIE STEIGERUNG DER RESSOURCENPRODUKTIVITÄT FINDET IN DER NATIONALEN UND INTERNATIONALEN POLITIK ZUNEHMEND RESONANZ.
Deutschland legt in seiner Nachhaltigkeitsstrategie fest, die Energie- und Rohstoffproduktivität bis 2020 gegenüber 1990 bzw. 1994 zu verdoppeln. Langfristig soll sich die Verbesserung der Energie- und Rohstoffproduktivität an der „Faktor 4“-Vision orientieren, d.h. an einer Halbierung des Rohstoffeinsatzes bei Verdoppelung der Wohlstandsleistungen. Nach einer aktuellen Einschätzung des Statistischen Bundesamtes liegt Deutschland trotz eines Anstiegs um 29% seit 1994 bei der Zielerreichung zurück.
Kostensenkung durch optimale Nutzung der eingesetzten Ressourcen ist ein Schlüsselwort auf dem Weg zu nachhaltigem Wirtschaften. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes für das Jahr 2003 beträgt der durchschnittliche Materialverbrauch 41,8% des Bruttoproduktionswertes der Unternehmen im Verarbeitenden Gewerbe. Die Personalkosten betragen demgegenüber 21,2%. Die Erschließung von Kostensenkungspotenzialen verbessert nicht nur die finanzielle Performance der Unternehmen, vorwärtsgerichtete Strategien führen auch zu Innovationen im Prozess- und Produktbereich und zu neuen Märkten mit weniger Materialeinsatz. Sinkende Kosten beim Kauf und/oder in der Nutzungsphase steigern den Produktnutzen. Derartige Neuer- ungen sind im wettbewerbsintensiven Exportbereich von besonderer Bedeutung. Auf der Unternehmensebene führt die Berücksichtigung von Aspekten der Ressourcenschonung und Umweltentlastung zu anspruchsvollen Systemen des Qualitätsmanagements in Lern- und Beteiligungsprozessen. Unternehmensintern ergeben sich Motivationseffekte, extern werden die Reputation und das Image verbessert. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Nachhaltigkeitsaspekte unternehmensübergreifend integriert werden. Ressourcenproduktivität fördern heißt: innovative, energie- und materialsparende Technologien einsetzen, neue umweltfreundliche Technologien und Produkte entwickeln, Qualität sichern und Risiken minimieren, Recyclingpotenziale erschließen, Arbeitsprozesse und Produktionsabläufe verbessern. Nicht zuletzt ist eine Steigerung der Ressourcenproduktivität mit der Schonung natürlicher Ressourcen verbunden, da die Nutzung von Ressourcen entlang ihres gesamten Lebensweges mit Umweltbelastungen verbunden ist. Kaum zu unterschätzen sind zudem die Vorteile für die Versorgungssicherheit. Angesichts wachsender internationaler Spannungen ist ein Anstieg der Ressourcenproduktivität auch ein Beitrag zur internationalen Sicherheitspolitik.
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